About

Bis Dezember 2018 habe ich als Wirtschaftsberaterin eines Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Brüssel gearbeitet. Der Job war hochinteressant, aber auch aufreibend und auslaugend. Meine regelmäßige Yoga- und Meditationspraxis hat mir während dieser Zeit geholfen nicht vollkommen die Balance zu verlieren. Aber je länger ich in diesem Büro saß, desto mehr entfernte ich mich von meinen eigentlichen Träumen. Ich spürte schon seit geraumer Zeit, dass ich mich für Frauen einsetzen und mehr mit Frauen arbeiten wollte, ich wusste nur nicht genau wo und wie. Ich entschloss mich zu gehen, auch wenn dies bedeutete einen sicheren, gutbezahlten Job aufzugeben. Ich hatte keinen Plan, aber auch keine Angst.

Ich wollte eigentlich 1-2 Monate ziellos durch Asien reisen. Schlussendlich lernte und arbeitete ich fast 7 Monate auf Koh Phangan in Thailand. Zwischendurch unterrichtete ich Yoga, Breathwork & Meditation in einem Projekt zur Förderung einheimischer Frauen in Kambodscha. Diese Arbeit und der direkte Austausch mit Menschen erfüllten mich mit so viel Freude, Energie und Motivation. Es fühlte sich richtig an, ich blieb also immer länger. Mein Privatleben stand währenddessen auf dem Kopf, mein damaliger Freund und ich hatten uns schlussendlich getrennt. Die Trauer und Wut, die ich empfand, unterdrückte ich.

In Thailand hatte ich das große Glück Teil einer Gemeinschaft von Frauen zu sein, die sich mehrmals in der Woche mitten im Dschungel in einem Baumhaus traf, um miteinander zu reden, essen, meditieren, atmen und „feminine embodiment work“ zu praktizieren: d.h. sich selbst die Brüste zu massieren, Übungen mit dem Jade-Ei und vor allem sich selbst und seinem Körper Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken. In diesem Umfeld konnte ich endlich meine Trauer und Wut zulassen und zu mir zurückfinden. Ich konnte mir selbst die Art von Nähe und Berührung geben, die mir fehlte.

Außerdem hatte ich mir mittlerweile einen „Werkzeugkasten“ für meine Arbeit mit und für Frauen zusammengebaut: Yoga, Meditation, Atemtherapie und vor allem: Weiblichkeit zelebrieren. Im August 2019 leitete ich gemeinsam mit einer Partnerin mein erstes Wochenendretreat für Frauen. Es folgten noch zwei weitere, bevor Corona uns zwang eine Pause einzulegen. Seit Corona unterrichte ich online, vor allem Yoni Meditation und Yoni Yoga. „Yoni“ ist Sanskrit und bedeutet „heiliger Raum“ oder „heiliger Tempel“, es umschreibt unsere weiblichen Sexualorgane. Ist das nicht eine wunderschöne Beschreibung unseres weiblichen Körpers? Wir sollten uns viel öfter selbst als heiligen Tempel sehen und behandeln.

Bei einer Brustmassage denkt man im ersten Moment eher an einen Arztbesuch oder an klinisches Abtasten. Eine regelmäßige Massage regt die Durchblutung an, setzt Oxytocine (ein natürliches Antidepressivum!) frei, stimuliert die Lymphgefäße und reduziert Schmerzen und Verstopfungen bei stillenden Frauen. Gleichzeitig baut eine Massage Mitgefühl auf, füllt unser Herz mit Akzeptanz und Selbstliebe für unseren Körper, steigert das Lustgefühl und die Empfindsamkeit der Brüste. Und es fühlt sich auch einfach echt gut an!

Über meine jetzige Tätigkeit kann ich ganz sicher sagen, dass sie mich erfüllt und mir Energie zurückgibt. Obwohl ich gerade nur online unterrichte, ist die Gemeinschaft in den Kursen unheimlich kraftvoll. Ich teile die Übungen und Meditationen, die mir selbst helfen. Diese lassen uns Frauen zurück zu unserer Weiblichkeit finden, unser Kraftzentrum wahrnehmen und mehr auf unseren Körper hören. Unsere Yoni hat uns nämlich so viel zu sagen!

%d bloggers like this: